Es gibt 5 wesentliche Kriterien die die Qualität einer Perle beschreiben und zur Bewertung von Perlen herangezogen werden.
1. Größe
Die Grösse der Perle ist das Merkmal was für den Betrachter am augenfälligsten ist. So gibt es Perlen von wenigen Millimeter bis zu Grössen von 20 Millimetern bei Südseeperlen. Bei gleichen anderen Merkmalen ist die Perle die grösser ist auch immer die Perle die wertvoller ist.
 Perlengrössen; hier Perlen der Grösse 6 - 10 mm
2. Form
Perlen, auch Zuchtperlen, sind Naturprodukte und aus diesem Grund ist es schwierig und selten perfekt runde Perlen zu finden. Je runder eine Perle ist um so wertvoller ist eine Perle. Dennoch ist zu sagen, das auch Perlen mit barocken Formen ihren Reiz haben. Letztlich ist das auch eine Frage des Geschmacks der Trägerinnen.
Es werden drei wesentliche Formen unterschieden:
- Runde Formen: rund, annähernd rund
- Symmetrische Form: Oval, Button, Tropfen
- Barocke Form: Semibarock, Barock
 Perlenformen; Links: ovale bzw. button förmige Perlen; Rechts: runde bis perfekt runde Perlen
3. Farbe
Perlen haben eine Körperfarbe, welche der Perle ihren Grundton verleiht. Des weiteren spricht man bei der Farbbeschreibung von der Überfarbe. Bei genauer Betrachtung sieht man, das Perlen mit bei gleicher Körperfarbe unterschiedlich „leuchten“. Dieses farbliche Schimmern nennt man Überfarbe. So können z.B. Perlen mit weißer Körperfarbe, die Überfarben rosé, cremé, rosé, pink und lavendel aufweisen.
4. Lüster
Der Lüster der Perlen ist die Brechung des Lichtes in der Perlmuttschicht. Er zeigt sich als Kreis auf der Oberfläche der Perle. Je intensiver sich dieser Kreis abzeichnet um so dicker ist die Perlmuttschicht der Perle. Da die Stärke der Perlmuttschicht die Qualität der Perle wesentlich kennzeichnet (Haltbarkeit und Härte) ist das Lüster der Perle auch eines der entscheidenden Merkmale für die Bewertung einer Perle. So kann eine Perle die kleiner ist aber ein besseres Lüster aufweist wertvoller sein, als eine Grössere mit schlechten Lüster. Ein perfektes Lüster wird auch als Orient bezeichnet.
 Lüster: ein deutlicher Unterschied zwischen links der Süsswasserperle und rechts der Akoyaperle
5. Oberfläche
Das Ziel ist es natürlich Perlen mit makellosen Oberflächen zu erhalten, aber die perfekte Oberflächen bei Perlen sind sehr selten. Perlen weisen meist Wachstumsmerkmale wie Erhebungen oder Vertiefungen auf. Perlen werden auf Grund der Wachstumsmerkmale in „makellos“ bis „sehr deutliche Wachstumsmerkmale“ eingeteilt. Bei der Auswahl der Perlen für eine Kette sind deshalb die Anzahl, Größe und Sichtbarkeit dieser Merkmale zu berücksichtigen.
 Wachstumsmerkmale bei Zuchtperlen
Eine weltweit gemeingültige Bewertung von Perlen gibt es leider nicht. Es haben sich jedoch zwei Systeme zur Beschreibung der Qualität von Perlen herausgebildet. Das eine ist das A-AAA System und das andere das A-D System (Tahitianisches System).
Das A-AAA System
Dieses System teilt Perlen auf einer Skala von A bis AAA ein, wobei AAA der höchsten Qualität entspricht:
AAA – höchste Perlenqualität, nahezu fehlerlos. Du Oberfläche hat einen glanzvollen Lüster und mindestens 95% der Oberfläche sind frei von allen Wachstumsmerkmalen.
AA – Die Perle hat einen glanzvollen Lüster und mindestens 75% der Oberfläche sind frei von Wachstumsmerkmalen.
A – dieses ist die niedrigste Perlenqualität, mit weniger glanzvollem Lüster und/oder mehr als 25% der Oberfläche weist Wachstumsmerkmale auf.
Das A-D System (Tahitianisches System)
Dieses System teilt Perlen auf einer Skala von A bis D ein, wobei A der besten Qualität entspricht. Diese Methode aus Französisch Polynesien (basierend auf dem dortigen von der Regierung festgelegten Standard) wird genutzt, um Tahiti Perlen zu bewerten. Deshalb wird es auch häufig „Tahitianisches System“ genannt.
A - Perlen höchster Qualität, mit einem hervorragenden Lüster, mit nur winzigen Fehlern auf weniger als 10% ihrer Oberfläche.
B - Perlen mit starkem oder mittlerem Lüster. Die Oberfläche darf kleine, sichtbare Fehler aufweisen, aber nicht auf mehr als 30% ihrer Fläche.
C - Mittlerer Lüster mit Wachstumsmerkmalen auf maximal 60% der Oberfläche
D - Die Perle kann mehrere kleine Fehler aufweisen, allerdings keine deutlich sichtbaren, auf mehr als 60% ihrer Oberfläche. Oder auch eine Kombination aus kleinen und deutlich sichtbaren Fehlern auf weniger als 60% ihrer Oberfläche. Lüster ist bei dieser Perlenkategorie nicht relevant. Selbst eine Perle mit ganz besonders prachtvollem Lüster wird in der D-Qualität eingeordnet, wenn ihre Oberfläche in diesem Umfang Makel aufweist.
Perlen unterhalb der Kategorie D werden als „nicht akzeptabel“ für die Verarbeitung in Schmuckstücken betrachtet.
Beide oben beschriebenen Systeme zur Bewertung von Perlen orientieren sich in erster Linie am Lüster und der Makellosigkeit der Perlenoberfläche, um die Qualität zu bestimmen. Für Tahitiperlen z.B. hat die Regierung Französisch Polynesiens eine minimale Stärke der Perlmuttschicht von 0.8 Millimeter vorgeschrieben. Alle Perlen, die mit einer dünneren Perlmuttschicht dürfen nicht verkauft werden. Allerdings tragen auch andere Merkmale zur Qualitätsbestimmung jeder Perle bei. |